Freitag, 13. Juli 2007

Flashback!


So, hier mal ein kleiner Abriss unseres Spontan-Trips:
Freitag, 6.7.
Nach einem Abendessen in der Brasserie am Donnerstagabend machten wir uns gegen 00:50 auf zur Autobahnauffahrt Aachen-Brand. André kam erst gegen 02:10, er war über Köln von Mülheim nach Aachen unterwegs. So gab es dann noch einen Besuch an der Tanke.
Ein schönes Paar gaben wir ab: Sascha in roten Glanzleder-Schuhen, weissem Oberhemd und halblangem italienischem Regenmantel, ich in Flip-Flops, Pulli und Trekking-Jacke. Die Witterung machte die Oberteile leider unabdingbar.
Zu fünft im VW-Bus (Andre hatte noch seinen 14jährigen Sohn+Kumpel dabei) ging es dann über die Landstrasse nach Paris (elende Gurkerei, Autobahn wäre die 12 Euro dicke wert gewesen), kurz vor Paris auf die Autobahn aber trotzdem in einen kurzen Berufsverkehrsstau.
Bis Angouleme dann weiter Autobahn, ab da Landstrasse (das ist vernünftig) bis Carcans Plage(16:30).
Angekommen dann das Zelt aufgebaut, welches André netterweise uns mitgebracht hatte, den Strand und den Ort erkundet und dann: Sascha, guck mal, da steht mein Vater! Sascha: Ja,ja...
Er hatte mir zwar vor zwei Wochen erzählt, wohin er führe, das hatte ich jedoch komplett vergessen. In Carcans landeten wir ja auch nur, weil unser Lift dorthin fuhr.
So gab es dann Snacks und Drinks in Vaters und seiner Lebensgefährtins Ferienhaus. Sohn, Schwägerin und Enkelin wohnten auch auf dem Campingplatz; so war es eine nette Runde.

Samstag, 7.7
Schönstes Wetter! Strand, "Promenade", Cafe, Siesta etc.

Sonntag, 8.7
Durchwachsenes Wetter, ansonsten siehe oben. Abends kleines Buffet bei Vattern, Quatschen bis Mitternacht.

Montag,8.7.
Wetter wieder durchwachsen. Frühstück bei Vattern, danach Strand. So gegen 17:00 trieb es mich allein per Anhalter nach Lacanau 8brauch ich nicht mehr), dem Urlaubsort meiner früheren Jugend. Nie mehr als drei Autos abgewartet, Abstecher nach Moutchic, um 20:00 vor dem Campingplatztor abgesetzt worden. Perfekter kleiner Hike-Trip.
Zum Abendessen eingeladen worden: Fischsuppe, Steak, Gateau Basque.
Danach Konzert auf dem Marktplatz. Coverband "Rupson" spielte Rock und Funk mit Mordsgittarist. Sehr schön!!

Dienstag, 9..7
Mit Sascha zusammen nach Lacanau getrampt. Hinweg ging schnell, leider liess das Wetter nach, und unsere Badetücher wurden vorerst überflüssig. Im Salle des Jeux ein paar bekloppte Spielchen gemacht. Dann weiter nach Lacanau-Ville getrampt, von da nach Carcans-Ville und über Maubuisson zurück. Auf disem Trip kamen dann auch unsere Badetücher zum Einsatz: Wir wurden nicht mehr so bereitwillig mitgenommen, aber während der immerwiederkehrenden Regenschauer sahen wir mit unseren Badetüchern über dem Kopf so mitleiderregend aus, dass wir doch eingeladen wurden. Fazit: Scheckiger kleiner Trip mit Nasswerden, Latscherei, Pastis in schäbigen Cafés und für Sascha seine erste Tramper-Erfahrung
Am Abend nochmal (ja-auf eigene Kosten) Essen gegangen. Danach noch Drinks bei Vattern und früh in den Schlafsack.

Mittwoch,10.7.
Frühstück bei Vattern. Danach Bus nach Bordeaux, TGV nach Paris. In Paris (17:00) stellte sich dann heraus, dass der letzte Thalys nur bis Lüttich fährt. Also beschlossen wir, die Nacht in Paris zu verbringen, und den ersten Thalys um 6:52 am nächsten Morgen zu nehmen. Also erstmal mit der Metro nach Pigalle(nein, wir waren nicht im Puff), zu Fuss auf den Montmatre und wieder runter, jede Menge hin und her mit Metro und zu Fuss. Vom Place de la Concorde gegen 1:00 zum Türmchen.
Dort machten wir es uns mit einer Flasche Billigschaumwein vom Strassenhändler für läppische 10 Ohren bequem. Allerdings war es zu kalt, um ohne Penntüte die letzten Stunden komfortabel zu verbringen (das Gepäck war am Bahnhof Montparnasse eingeschlossen). Auch auf der Parkbank auf Pizzakartons war es nicht viel besser, aber immerhin Saschas erster Parkbankschlaf. Aber gegen drei latschten wir zum Gare Montparnasse, wo noch ein Bistro bis 4 geöffnet hatte, welches voller Engländer war. Dann noch ein bischen Parkbank und um 5:00 machte der Bahnhof wieder auf. Die Ecke mit den Schliessfächern sollte aber erst um 7:00 öffnen. Unglaublich: erst nachdem die ersten Züge wieder fahren. Das alles, weil das Gepäck jetzt durchleuchtet wird, bevor man es einschliesst. Was mich betrifft verkehrte sich diese Art von Terrorismusbekämpfung beinahe ins Gegenteil. Vor zwanzig Jahren wäre ich sicher wegen Randalierens festgenommen worden, nachdem sich das Bahnhofspersonal sehr verständnislos gezeigt hatte (die Öfnungszeiten standen ja irgendwo angeschlagen). Also nochmal 2 Stunden totschlagen, um an das Gepäck zu kommen. Dann am Gare du Nord weitere 1,5 Std verbringen, bis der nächste Zug(8:52) fährt. Das taten wir dann im komfortablen "Salon Grand Voyageur"(oder so),wo man uns netterweise einliess. Dann noch 3 Stunden bis Aachen. Ab dem Hauptbahnhof musste wegen meiner durchgelatschten Füsse noch das Taxi nach Hause drin sein. Die Rückfahrt war dann doch etwas teurer, als die Hinfahrt: 160,50 Euro incl. Busfahrt -der Preis fürs Spontane.

Fazit!
Immer wieder gerne so etwas . Wenn die Rückfahrt dann ähnlich preiswert und reibungslos abläuft - unschlagbar.
Das Zelten hatte ich noch gar nicht erwähnt: Essen vor dem Zelt auf dem Boden mit Piniennadeln (Baguette, Sardinen, Salami, Käse) und Schlafen auf der dünnen Isomatte geht auch mit fast 40 noch wie mit 17-18. Aber eine knappe Woche reicht!
Und meine Füsse sind auch wieder o.k. ! Gestern dachte ich noch, das wird nicht mehr so schnell.

2 Kommentare:

Bierpegel hat gesagt…

Geiler reisebericht. Die reise: Typisch Göres.

c-steve hat gesagt…

Man muss sich selbst treu bleiben, auch wenns weh tut.
Wenn ich die Meisterschule schwänze, leg ich mich aber nicht mehr mit meinem Schlafsack in den Wald, damit ich nicht Frau Jacubeit in der Stadt treffe...